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Wissenswertes zu Echtleder
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Über Echtes Leder
Leder ist eine durch Gerben haltbar gemachte Tierhaut, damit diese nicht verwest. Die Gerbung ist vermutlich eine Zufallsentdeckung. Zu Beginn der Menschheitsgeschichte gaben die Felle der erbeuteten Tiere Schutz vor Kälte und Nässe.
Anfänglich wurden die Häute und Felle mit Fett und Öl eingerieben. Daraus entwickelten sich ausgefeilte Gerbverfahren, die aus Fellen und Häuten ein langlebiges und strapazierfähiges Endprodukt machten. Die im 19. Jahrhundert entdeckte Chromgerbung ermöglichte durch eine enorm verkürzte Produktionszeit die Industrialisierung der Lederherstellung.
Woraus besteht Leder?
Leder besteht aus Kollagenfasern, einem Eiweißkörper. Jede Kollagenfaser besteht aus bis zu 2 Mio. Fibrillen. Das gegerbte Leder besteht je nach Lederart, Gerbart und Färbung aus 45-75% Hautsubstanz, 8-45% Gerbstoffen, 1-25% Fett, bis 3% Farbstoffen und Pigmentfarben und 8-15% Feuchtigkeit. Die Gerbstoffe verhindern den Zerfall des Leders, und die Rückfettung und die gebundene Feuchtigkeit machen Leder geschmeidig.Als Leder dürfen nur verarbeitete Häute bezeichnet werden, die nicht in der Verarbeitung aufgelöst oder gemahlen wurden und mit Bindemitteln verklebt und zu Bahnen verarbeitet wurden. Leder, wo eine Schichtstärke von mehr als 0,15 Millimetern aufgetragen wurde (Farbe mit Bindemitteln, Folie, Schaum etc.) muss als beschichtetes Leder deklariert werden. Beträgt die Schichtstärke mehr als ein Drittel der Gesamtdicke, so darf das Material nicht mehr als Leder bezeichnet werden.
Warum Leder?
Leder ist ein edler und natürlicher Rohstoff, der hauptsächlich bei Schuhen, Möbeln, Autos, Bekleidung und Taschen verarbeitet wird.Haut
Hautist der von Lederhändlern verwendete Begriff für die Haut von großen Tieren wie Rindern, Büffeln, aber auch Schweinen.Säugetierhaut besteht zu 98 Prozent aus Eiweißstoffen, ferner aus Fett, Wasser und Mineralstoffen. Sie gliedert sich in drei Schichten:
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Bild Rechts: große Haut, in Naturhautform, Form und Abmessung variiren von Huat zu Haut.
Bild Links: Nur das Beste Kernstück, Doppelcroupon-Form mit Hals.Beschreibung siehe unten. ( Croupon, Doppelcroupon, Hecht, Doppelhecht. )
Croupon, Doppelcroupon, Hecht, Doppelhecht.
Ein Croupon ist die Hälfte des Kernstücks einer Großviehhaut, das entlang der Rückenlinie geteilt wurde.
Der Doppelcroupon ist das Kernstück der Haut nach Entfernung von Bauch (Flanken) und Hals.
Der Hecht ist Teil einer halben Großviehhaut (Hälfte) nach Abtrennung der Flanke. Der Hecht entspricht in der Fläche einem Croupon mit halbem Hals mit oder ohne Backenteil.
Doppelhecht bezeichnet den Hauptteil der Haut, der nach Abtrennen der beiden Flanken anfällt. In Nordamerika umfaßt der Begriff nur die halbe Haut (Hälfte), ohne Kopf und Flanke.


Rindsleder
Rindsleder bezeichnet verschiedene Lederarten vom Rind, etwa Stier- (Steerhide) oder auch Kuhleder (Cowhide). Die Unterschiede zwischen den Arten sind geringfügig in Narbung und Griff. Rindsleder ist sehr verbreitet und günstig im Preis, da Rinder durch deren Massenhaltung für die Lebensmittelindustrie - im Gegensatz etwa zu Pferden oder Krokodilen, deren Leder weitaus teurer ist - in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Kalbsleder
Das Kalbsleder ist entweder südamerikanischer oder europäischer Herkunft. In seiner Struktur ist das Kalbsleder ganz besonders fest und gleichmäßig. Von der Qualität ist es eines der hochwertigsten Leder.
Geprägtes Leder
Manche Leder werden geprägt. Auf die Originalnarbe des Leders wird dann eine neue Narbung mit Druck eingepresst.
Auf ein Lamm- oder Rindsleder kann so die Narbung von Krokodil- oder Straußenleder aufgetragen werden. Selbst Experten tun sich häufig schwer, diese Prägung zu erkennen.
Meistens gehen Möbel- und Fahrzeugbesitzer davon aus, dass das Narbenbild auf der Oberfläche von Glattledern die Originalnarbe des Tieres ist.
Um Unregelmäßigkeiten, Verletzungen, Krankheiten und andere Schäden auf Tierhäuten zu verstecken, werden Rinderhäute häufig mit einer geprägten Narbung versehen. Dadurch sinken der Verschnitt und die möglichen Reklamationsgründe von Kunden, denen die Naturmerkmale zu deutlich sind.
Im Möbel- und Autobereich werden Leder sehr häufig geprägt. Dabei handelt es sich aber nicht um exotische Prägungen, sondern es werden Narbungen von Rinderhäuten aufgeprägt. Häufig wird dafür die Oberfläche wie bei einem Nubukleder zuerst angeschliffen, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten. Anschließend wird ein Bindemittel aufgetragen und eine gleichmäßige Narbung eingeprägt. Solche Leder nennt man auch corrected grain.
Im Automobilbereich sind zusätzlich die sogenannte Flechtnarbe und die Sternchenform bekannte Prägungen und Perforationen bei Mercedes-Fahrzeugen.
Nappa leder
Nappaleder ist die Allgemeinbezeichnung für Leder aus Häuten verschiedener Tiere, das mit der Haarseite nach außen, also narbenseitig verarbeitet wird (Anilinleder, Semianilinleder, gedecktes Leder). Nappaleder ist i.d.R. ein griffiges, elastisches und vollwertiges Leder. Pflanzlich gefärbte Nappaleder sind i.d.R. nicht durchgefärbt. Diese Leder sind auf der Rückseite naturbraun.
Die Narbenseite wird mit Deckfarben auf Kunstharzbasis zugerichtet und durch Plüschen auf matten Glanz gebracht. Wenn Nappaleder fehlerfrei zugerichtet wurde, darf nach dem Auftrag von Wasser und anschließendem Auftrocknen kein blinder Fleck bestehen bleiben. Gutes Nappaleder ist also begrenzt wasserdicht. Allerdings hat man auch die Möglichkeit, bei stärkeren Blößen eine dünnere Narbenspalte abzutrennen (Verwendung meistens zu Täschnerleder), um die verbleibende Fleischspalte mit einer Narbenprägung und anschließend mit einer kräftigen Deckschicht Kollodiumfilm zu versehen. Dieses Spaltleder wird fälschlicherweise als Nappaleder auf den Markt gebracht.
Anilinleder
Anilinleder sind mit Anilinfarbstoffen im Bad durchgefärbte Leder. Es handelt sich um offenporige Glattleder ohne Pigmentschicht (Farbschicht) auf der Oberseite, die noch die natürliche Beschaffenheit des Hautmaterials erkennen lassen und in der Regel als sehr teure und wertvolle Leder gelten. Ein auf der Oberfläche verriebener Wassertropfen dringt in das Glattleder ein und dunkelt den feuchten Bereich, da die Poren des Leders nicht versiegelt sind. Anilinleder sind daher sehr anfällig gegen Anschmutzungen und Fetteinschlag, ebenso wie gegen Ausbleichungen durch Sonnenlicht. In der Hand fühlen sich Anilinleder wachsig an und sind von der Optik her matt.
Semianilinleder
Semianilinleder sind Leder, welche unter Mitverwendung geringer Mengen von Pigmentfarbstoffen anilin-gefärbt sind (die Färbung deckt etwa zur Hälfte). Dabei soll das natürliche Narbenbild nicht verdeckt werden.
Querschnitt durch ein Glattleder mit und ohne Zurichtung


Bild links: Ein Wassertropfen auf einem gedeckten Glattleder.Er zieht aufgrund der Beschichtung nicht in die Oberfläche ein,sondern perlt ab.
Bild rechts: Auf einem offenporigen Glattleder dringt der Wassertropfen in das Leder ein und dunkelt es.
Glattleder
Mit Glattleder bezeichnet man alle Lederarten, deren Narbenseite nach außen verarbeitet ist, unabhängig von der Stärke der natürlichen Narbung des Tieres. KalbslederKrokodilleder eine sehr starke Narbung. Die Oberseite ist aber immer ein "Glattleder". haben eine sehr flache Narbung,
Glattleder können gedeckt (auch: pigmentiert) oder offenporig (Semi-/Anilinleder) sein und weisen je nachdem unterschiedliche Eigenschaften, etwa im Verhalten gegenüber Anschmutzung und Nässe, auf.
Lichtechtheit
Die Lichtechtheit eines Werkstoffes beschreibt dessen Widerstand gegen Ausbleichungen durch Lichteinwirkung, insbesondere durch konstante Einstrahlung von UV-Licht. Im Lederbereich ist speziell anilingefärbtes offenporiges Leder gefährdet, den ursprünglichen Farbton zu verlieren.
Gemessen wird die Lichtechtheit des Leders - wie auch in der Textilindustrie - mittels des sogenannten Blaumaßstabs. Dabei werden acht blaue Wollstreifen absteigender Lichtechtheit gemeinsam mit einer Probe des zu prüfenden Leders in UV-Licht verbracht; zuvor werden ein Teil der Probe und ein Teil der Wollstreifen abgedeckt. Sobald der lichtechteste der Wollstreifen leicht ausgeblichen ist, wird verglichen: Die Probe weist dann jene Lichtechtheitsstufe auf, die auch der Wollstreifen mit der ähnlichsten Ausbleichungsintensität besitzt. Die Stufen der Lichtechtheit werden in folgende Grade gefasst:
| Grad | Bezeichnung |
entspricht in Mitteleuropa einer Belichtungszeit von |
|---|---|---|
| 8 | hervorragend | 700 Tagen |
| 7 | vorzüglich | 350 Tagen |
| 6 | sehr gut | 160 Tagen |
| 5 | gut | 80 Tagen |
| 4 | ziemlich gut | 40 Tagen |
| 3 | mäßig | 20 Tagen |
| 2 | gering | 10 Tagen |
| 1 | sehr gering | 5 Tagen |
Für Leder gilt, dass bereits Grad 6 als lichtecht bezeichnet wird, da es schneller als Textilien ausbleicht. Bei Anilinleder wird von den Herstellern mindestens Grad 3 oder auch Grad 4 angestrebt.
Welche verheerenden Auswirkungen UV-Licht auf die Optik eines unzureichend lichtechten Lederartikels haben kann, demonstrieren die folgenden Abbildungen. Sie zeigen den Farbkontrast zwischen Stellen, die nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, im Vergleich zu der übrigen Oberfläche. Die Beispiele zeigen Anilin- und Nubukleder.
Antikleder
Antikleder ist kein fest definierter Begriff. Drei Gruppen können aber unterschieden werden, die üblicherweise als Antikleder bezeichnet werden.
Zum einen wird als Antikleder jedes außerordentlich alte Leder bezeichnet. In der Regel ist das dann auch über Optik und Zustand dieses Leders sofort erkennbar.
Weiterhin werden üblicherweise alte Stühle mit Prägungen als Antikleder bezeichnet.
Wischleder
Bei Wischleder handelt es sich um Leder, wo in der Regel auf ein helleres oberflächengefärbtes Leder maschinell oder per Hand eine dunklere Farbe aufgewischt wird, die eine charakteristische Zweifarbigkeit erzeugt. Diese Leder werden dann auch als Chesterfield-Leder bezeichnet.
Autoleder kaufen? fragen sie uns an:
Autoleder
Leder in Autos gibt es schon, so lange es überhaupt Fahrzeuge mit Motoren gibt. Es gab einen nahtlosen Übergang von lederbezogenen Kutschenböcken und Sitzpolstern zu motorisierten Fahrzeugen.
Zu Beginn waren die Bezüge pflanzlich gegerbte Rindsleder ohne Oberflächenfärbung, die wie Pferdesättel durch Öle und Fette imprägniert waren.
Aber schon sehr früh wurden die ersten kopf- oder oberflächengefärbten Glattleder eingesetzt. Diese Oberflächenfärbung machte die Leder unempfindlicher gegen die Witterung und Anschmutzungen. Bis in die 70er bis 80er Jahre war diese Lederart Standard. Man erkennt diese oberflächengefärbten, pflanzlich gegerbten Leder an der braunen Rückseite. In dieser Zeit entstand auch die einzige, der Allgemeinheit bekannte Autoledermarke. Es war die Firma Connolly, die ein Markenzeichen für hochwertige Lederausstattung in pflanzlich gegerbten Ledern war.
Ab diesem Zeitraum wurde die Chromgerbung industriell nutzbar und verdrängte sehr schnell das pflanzlich gegerbte Leder. Heute gibt es eigentlich keine pflanzlich gegerbten Fahrzeugleder mehr. Es gibt aber Hersteller wie Audi, die statt der Chromgerbung die synthetische Gerbung vorziehen. Der Unterschied ist weder spür- noch erkennbar.
Die Autoindustrie prüft ihre Leder sehr streng. Es gibt eine unendliche Anzahl an Parametern, die ein modernes Autoleder erfüllen muss. Jeder Hersteller hat dabei wieder seine eigenen Prüfnormen. Folgende Parameter werden unter anderem geprüft:
-
- Lichtechtheit
- Reibechtheit (trocken/nass/alkalisch)
- Dauerfaltverhalten
- Zurichtungshaftung
- Weiterreißkraft
- Stärke
- Schwerentflammbarkeit
- Haptik
- Klimawechseltest
- Glanzgrad
- Rückpolierbarkeit
- Anschmutzverhalten
- Geruch
Aufgrund dieser strengen Prüfnormen sind Autoleder im Ergebnis sehr einheitlich. Es sind fast immer einfarbige, oberflächengefärbte Glattleder.
Beschichtetes Leder
Als beschichtetes Leder deklariert werden muss Leder, wo eine Schichtstärke von über 0,15 mm aufgetragen wurde (Farbe mit Bindemitteln, Folie, Schaum etc.). Beträgt die Schichtstärke mehr als ein Drittel der Gesamtdicke, darf das Material nicht mehr als Leder bezeichnet werden.
Lackleder
Lackleder ist ein hochglänzendes, narbenfreies Leder, das auf der Oberfläche lackiert oder mit einem glänzenden, spiegelglatten Film überzogen worden ist. Lackleder werden für Schuhe, Mützen, Kappen und gelegentlich auch für Bekleidung, Geldbörsen und Handtaschen verwendet.
Fahlleder
Unter Fahlleder versteht man lohgares ("lohgegerbtes"), gefettetes Leder, das entweder naturfahlgelb oder gefärbt in den Handel kommt. Auf den Markt gelangen diese Leder zumeist in naturfahlgelben ("lohfarbenen") Tönen.
Florenz
Florenz ist ein gedecktes Nappaleder vom Rind, das für Möbelbezüge verwendet wird.
Nubukleder
Nubukleder tauchen fast überall auf. Es gibt Nubukmöbel, Nubukbekleidung, Schuhe mit Nubukleder und Nubukledertaschen. Seltener tauchen Nubukleder in Fahrzeugen auf; eine dieser Ausnahmen ist der neue Maybach von Mercedes. Im Motorradkombi-Bereich ist vor allen Dingen die Atlantis-Kombi von BMW weit verbreitet.
Der Begriff "Nubukleder" oder auch "Nubuckleder" stammt vermutlich aus dem Englischen. "Buckskin" bezeichnet dort ein Wildleder. Durch das Anschleifen des Rindsleders zum Rauleder bekommt es eine vergleichbare Optik, so dass es als "new buck" und schließlich verkürzt "nubuck" betitelt wurde.
Geprägtes Nubukleder
Geprägtes Nubukleder ist ein Nubukleder, auf welches mit einer Walze eine farbige Prägung aufgebracht wurde. Im Bereich des Farbauftrags ist das Leder dann wie ein pigmentiertes Glattleder und dazwischen ein normales Nubukleder. In der Regel ist die Prägung dunkler als das Nubukleder.
Geprägte Nubukleder sind im Möbel-, Bekleidungs- und Schuhbereich verbreitet. Im Fahrzeugbereich ist diese Lederart unbekannt.
Es gibt die unterschiedlichsten Muster für diese Prägungen. Am typischsten ist aber die Narbenoptik eines Glattleders.
Velourleder
Ein Leder aus dem Fleischspalt von Häuten oder Fellen, mit samtartiger Oberfläche zugerichtet. Suede ist eine andere Bezeichnung für Velourleder.Hunting-Leder
Hunting-Leder ist eine andere Bezeichnung für Velourleder.
Rauleder
Rauleder sind in der Oberfläche geschliffene Leder mit einer mehr oder weniger samtigen Oberfläche. Die Vorteile sind ein angenehm warmer Griff und eine schöne Struktur. Der Nachteil ist die Empfindlichkeit. Rauleder wird mit der Zeit glänzend und speckig, es kommt leichter zu Flecken, und es bleicht schneller aus. Narbenseitig geschliffenes Rauleder wird als Nubuk bezeichnet, Rauleder aus dem Fleischspalt nennt sich Velourleder.
Reptilienleder
Reptilienleder sind alle Leder, die von Reptilien wie Schlangen, Krokodilen und Alligatoren stammen. Sie werden in der Regel zur Herstellung kostbarer Schuhe und Handtaschen verwendet und sind oft glanzgestoßen.
Die Schwierigkeit bei der Ledergewinnung von Reptilien liegt generell darin, dass deren Hautstruktur gegenüber den Säugetieren eine nur geringe Dehnfähigkeit und effektiv nutzbare Fläche bedingt. Unbeschädigte Reptilienhäute sind selten, auch kann der Körper der Tiere - im Gegensatz etwa zum Rind - nicht für weitere Zwecke, etwa für die Lebensmittelherstellung, gewinnbringend verwertet werden. Bei Krokodilleder zum Beispiel werden nur die Bauchhaut und Häute jüngerer Tiere zu Leder verarbeitet. Dies verteuert Reptilienleder deutlich. Die genannten Überlegungen spiegeln sich auch darin wieder, dass Krokodilleder etwa nicht nach laufenden Metern gehandelt werden, sondern nach Zoll (1 Zoll = 2,54 cm). Verarbeitet werden meist Häute zwischen 28 und 35 cm Breite.
Aufgrund der Bedrohungslage für viele Reptilienarten dürfen zahlreiche Reptilienleder bereits seit 1976 (mit Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutzabkommens für die Bundesrepublik) nicht mehr oder nur unter strengen Auflagen verkauft werden.
Legitim gehandelte Reptilienleder besitzen eine Plombe des Internationalen Reptillederverbandes und eine sogenannte Reptilartenschutzfahne, die mittels eines Nummerncodes Aufschluß über Herstellungsjahr und -ort, Herstellungsbetrieb, Reptilspezies und Artikelgruppe gibt. Diese Leder stammen aus Reptilfarmen wie etwa der Samut-Prakarn-Farm im thailändischen Bangkok, wo rund 20000 Reptilien auf 400000 Quadratmeter Fläche gehalten und etwa 10000 Häute pro Jahr produziert werden. Eine Farm vergleichbarer Größe befindet sich auch in Mombasa, Kenia.
Alligatorleder
Alligatoren gehören nicht zu den echten Krokodilen, sondern teilen mit diesen dieselbe Tierfamilie. Im Vergleich zu Krokodilen gibt es zahlreiche anatomische Abweichungen, so wie etwa auch Mäuse und Ratten sich nur oberflächlich ähneln. Der Stoffwechsel von Alligatoren ist deutlich langsamer als der von Krokodilen, was ihnen eine etwa doppelt so lange Lebensdauer gewährt.
Alligatoren sind in den Sümpfen, Seen und Flüssen Nordamerikas (Mississippi) und Chinas beheimatet. Chinesische Alligatoren messen in der Regel 1,8 Meter an Länge, während die amerikanische Variante sechs Meter erreichen kann.
Seit Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutzabkommens in den 1970er Jahren wachsen die Alligatorbestände in den USA und China wieder, nachdem sie lang durch Bejagung zur Ledergewinnung reduziert worden waren.
In den USA ist die Population seit diesem Zeitraum von ca. 100000 auf inzwischen 1,5 Millionen Alligatoren angestiegen. Dazu werden in den USA noch 500000 Alligatoren in Zuchtfarmen gehalten. Jährlich werden in den USA ca. 33000 Häute von freilebenden Alligatoren verarbeitet und ca. 275000 Zuchtalligatorenhäute. 85 Prozent davon stammen aus Louisiana.
Haileder
Haileder ist ein sehr raues Leder, das mit zahlreichen winzigen Hautzähnchen besetzt ist. Es wird als Schuh- und Gürtelleder, aber auch für Armbänder und Trommelfelle verwendet. Auch wurden die Häute des Hais in früherer Zeit aufgrund ihrer Beschaffenheit zu Schleifpapier oder zu Schwertgriffen (die nicht aus der Hand gleiten konnten) verarbeitet. Im mittelalterlichen Japan diente Haileder (??) dazu, die Wurzeln der Wasabipflanze, einer Art Meerrettich, zu reiben, um das Gewürz zubereitungsfähig zu machen. Heute verwendet man dafür meist Metallwerkzeuge; nur in Einzelfällen (z. B. traditionellen Restaurants) werden noch Lederreiben benutzt (Bild rechts).
Wird das Haileder von den Hautzähnchen befreit, erhält es einen starken Glanz und wird als Boroso-Leder bezeichnet.
Straußenleder
Straußenleder wird in der Regel als Glattleder verarbeitet und zeichnet sich durch seine Weichheit sowie ein charakteristisches genopptes Narbenbild aus. Es wird oft zu Taschen oder Portemonnaies, aber gelegentlich auch zu Schuhen verarbeitet.
Wie jeder Industriezweig, in dem chemische Hilfsstoffe eingesetzt werden, muss auch das Ledergewerbe Umwelterwägungen beachten und strenge Emissionsgrenzwerte einhalten.
So dürfen bestimmte Substanzen, die während der Lederherstellung eingesetzt werden können, im fertigen Leder nicht mehr enthalten sein. Beispiele sind:
a) PCP (Pentachlorphenol). Dieses Konservierungsmittel wird vor allem noch in den Tropen verwendet, ist in Europa aber seit mehr als zehn Jahren unüblich.
b) Bestimmte Azofarbstoffe, die Amine enthalten, welche in der Bedarfsgegenständeverordnung aufgeführt sind.
c) Formaldehyd, das in der synthetischen Gerbung Verwendung findet.
d) Krebserregendes Chrom-VI, das bei der Chromgerbung unter ungünstigen Umständen aus dem ungefährlichen Chrom-III entstehen kann. Für Arbeitshandschuhe aus Leder gibt es einen Grenzwert von drei Milligramm Chrom VI pro Kilogramm Leder.
Diese Beschränkungen sind in der möglichen Aufnahme von Giftstoffen durch den menschlichen Körper in der täglichen Benutzung begründet.
Auch die Entsorgung von Altledern birgt Probleme, denn stark pigmentierte und dazu noch chromgegerbte Leder können nicht ohne weiteres umweltverträglich vernichtet werden. Im Gegensatz zu lohgegerbten Ledern setzen sie bei der Verbrennung nämlich Dioxin frei, das erst herausgefiltert werden muss. Daher nimmt der Anteil lohgegerbter Leder nach jahrzehntelangem Rückgang gegenüber der Chromgerbung wieder zu.
Im Hinblick auf nicht unmittelbar toxisch wirkende Emissionen, etwa in Hinblick auf die globale Erwärmungstendenz, wird vor allem der über alle erforderlichen Produktionsschritte hinweg summierte Ausstoß von Kohlendioxid zur Herstellung einer festgelegten Menge Leder (z. B. 1000 Quadratfuß Fläche) kontrolliert. Neue energiesparende Verfahren zur Ledertrocknung bei nur wenig mehr als 40 Grad Celsius, zum allgemein geringeren Wasserverbrauch oder zum Auftrag der Zurichtung sollen die Umweltverträglichkeit des Gesamtprozesses erhöhen. Hersteller, die besonders großen Wert auf diese Erwägungen legen und diese auch praktisch implementiert haben, bezeichnen ihre Produkte dann oft als Öko-Leder, obwohl hierzu festzuhalten ist, dass es sich um keinen klar definierten oder gar mit gesetzlichen Mindestanforderungen festgeschriebenen Begriff handelt, sondern eher um einen Werbeslogan, der sich nur auf die jeweiligen Herstellerstandards gründet und vom Kunden überprüft werden sollte, um wirklich umweltschonend hergestellte Leder von anderen Produkten zu unterscheiden.
Fragen & Antworten zu Leder
Leder wird mit speziellen Messmaschinen gemessen, die eine Walze besitzen, auf der die Messpunkte angeordnet sind. Bei älteren Maschinen sind mechanische Messpunkte (Stifte) und bei modernen Maschinen elektronische Messpunkte auf der Walze angebracht. Der Abstand der Messpunkte beträgt in Längs- und Querrichtung 1 Zoll (25,4 mm).
Oft wird Leder in englischen Quadratfuss gemessen.
1 qfs = 0,0929 qm.
1 qm = 10,764 qfs
Wie hoch ist der Verschnittzuschlag bei Leder?
Das ist abhängig von der Größe der Teile und dem Sortiment sowie von der Größe der Häute.
Bei kleinen Teilen kann der Verschnitt 10 % betragen. Wenn Sie nur Zuschnitte in der Größe 180 x 80 cm haben (z. B. Tischplatten), brauchen Sie große Häute (5-6 qm) in einem guten Sortiment und erhalten nur 1 Zuschnitt pro Haut. Dann beträgt der Verschnitt über 200 %.
Kann man fertiges Leder dünner machen?
Das "Trockenfalzen" ist bei fast allen Lederarten möglich. Es sind jedoch je nach Lederart Mindeststärken einzuhalten, damit die Reissfestigkeit nicht zu sehr leidet. Ausserdem darf das Leder nicht breiter als 120 cm sein.
Unzugerichtete gefärbte Chromleder (Crust) lassen sich technisch problemlos umfärben. Allerdings lässt sich i.d.R. die Farbe nicht so exakt einstellen und das Leder wird losnarbiger. Auch ist nur eine Färbung von hellen zu dunklen Farben möglich.
Zugerichtete Leder umzufärben kann nicht empfohlen werden. Hier sind größere Qualitätseinbußen zu erwarten.
Wenn man ein spezielles Leder oder besondere Farben benötigt?
Wir haben an unserem Lager sehr viele Lederarten, die nicht (mehr) in der Kollektion sind. Teilen Sie uns Lederart, Farbe und benötigte Menge mit. Wir schicken Ihnen dann Muster. Bei größeren Mengen können wir die Häute nach Ihrer Farbvorgabe einfärben.
Bei Zuschnitten ist ein hoher Aufpreis nötig, da die angefallenen Reste fast wertlos sind. Wir haben aber eine große Auswahl an Hälften und Stücken, die preiswert sind. Wenn also für einen Auftrag eine Haut zuviel ist, lassen sich dadurch Mehrkosten und Restleder vermeiden. Am besten teilen Sie uns die benötigten Teilegrößen mit.
Wo kann ich Leder chemisch und technisch prüfen lassen?
Beim Lederinstitut Gerberschule Reutlingen sind solche Prüfungen möglich. Auch werden dort anerkannte Gutachten von Sachverständigen erstellt.









